Solmisation, Warm-Ups und Übungen zum Musizieren und Improvisieren in der Sekundarstufe
In diesem Webinar erwartet Sie:
- Einführung in die Solmisation als Werkzeug für den Musikunterricht
- Tonhöhen und melodische Verläufe mit Handzeichen sichtbar machen
- Praxisnahe Übungen zur Förderung der Singkompetenz
- Spielerische Methoden zur Entwicklung von Hörvorstellung und Intonation
- Einsatz von Solmisation beim Erlernen von Liedern und Mehrstimmigkeit
- Bewegungsorientierte Zugänge für einen motivierenden Unterricht
- Konkrete Impulse für das Singen in der Sekundarstufe
Hinweis: Zu diesem Webinar-Thema gibt es auch den ersten Teil als Aufzeichnung. Hier gelangen Sie zu Teil 1:
Zum Webinar: Singen in der Sekundarstufe – mit Groove und Freude ( Teil 1 )
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Hören, Reagieren, Gestalten: Neue Impulse zum (gemeinsamen) Singen von Klasse 5-13
In diesem praxisorientierten Workshop zeigt Aleksandra, wie Solmisation als Grundlage genutzt werden kann, um musikalisches Verständnis, Intonation und Kreativität in der Schulklasse nachhaltig zu fördern. Ausgehend von einfachen, aktivierenden Warm-ups für Stimme und Gehör werden schrittweise Übungen entwickelt, die Schülerinnen und Schüler sicher im Tonraum orientieren und zum eigenständigen Musizieren und Improvisieren befähigen.
Der Fokus liegt darauf, Solmisation nicht nur als Methode zur Tonhöhenvermittlung zu verstehen, sondern als Werkzeug für musikalische Selbstorganisation. Aufbauend darauf werden Wege in die Improvisation eröffnet: durch spielerische Impulse, Call-Response-Modelle, die das Hören, Reagieren und Gestalten in der Gruppe stärken
Aleksandra Ziesch – Geigerin, Sängerin und Musikpädagogin
Aleksandra Ziesch wurde in Polen geboren und absolvierte das Musikgymnasium in Breslau. Sie studierte Geige an der Hochschule für Musik in Dresden sowie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (MDW) im Doppelfachstudium Lehramt Musik.
Bereits seit ihrer Kindheit sammelte sie vielfältige Bühnenerfahrung im klassischen Bereich – unter anderem im Orchester – sowie im Pop- und Gesangsbereich. Während und nach ihrem Studium vertiefte sie ihr Interesse an Stimme und Gesang durch zahlreiche Workshops und Fortbildungen, unter anderem bei Cheryl Porter und am Complete Vocal Institute (CVI) in Kopenhagen.
Seit rund vier Jahren liegt ihr Schwerpunkt auf der musikpädagogischen Arbeit. Ihre Bühnenpraxis und künstlerische Erfahrung fließen heute gezielt in den Unterricht ein, in dem sie klassische Grundlagen mit modernen Gesangs- und Unterrichtsmethoden verbindet. Besonders wichtig sind ihr dabei praktisches Musizieren, Mehrstimmigkeit, gemeinsames Singen und die Freude an Musik.
Solmisation als Schlüssel zum musikalischen Verstehen: Musikalische Kompetenz nachhaltig aufbauen
Gemeinsames Singen gehört zu den wichtigsten Bestandteilen eines lebendigen Musikunterrichts. Gleichzeitig stehen viele Lehrkräfte der Sekundarstufe vor der Herausforderung, Schülerinnen und Schüler für das Singen zu begeistern und unterschiedliche musikalische Voraussetzungen innerhalb einer Lerngruppe zu berücksichtigen. In diesem zweiten Teil der Webinarreihe „Singen in der Sekundarstufe – mit Groove und Freude“ stellt Alexandra Ziesch eine Methode vor, die musikalisches Lernen auf anschauliche und nachhaltige Weise unterstützt: die Solmisation.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Lernende Tonhöhen nicht nur hören, sondern bewusst wahrnehmen, verstehen und reproduzieren können. Die Solmisation bietet hierfür einen handlungsorientierten Zugang, der Hören, Singen, Bewegung und musikalisches Denken miteinander verbindet.
Was ist Solmisation und warum ist sie für die Sekundarstufe relevant?
Die Solmisation ist ein musikpädagogisches Konzept, bei dem Töne einer Tonleiter durch bestimmte Silben dargestellt werden. Ergänzt wird dieses System häufig durch Handzeichen, die die jeweilige Tonhöhe sichtbar machen. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen auditiver Wahrnehmung, körperlicher Erfahrung und musikalischem Verständnis.
Im Webinar wird deutlich, wie Solmisation Schülerinnen und Schülern dabei hilft,
- Tonhöhen sicher zu erfassen,
- melodische Verläufe zu verstehen,
- ihre Intonationsfähigkeit zu verbessern,
- musikalische Strukturen zu erkennen und
- mehr Sicherheit beim Singen zu entwickeln.
Gerade in der Sekundarstufe kann die Methode dazu beitragen, Hemmungen abzubauen und musikalische Lernprozesse transparent zu gestalten. Statt sich ausschließlich auf das Nachsingen zu verlassen, entwickeln die Lernenden eine innere Vorstellung von Melodien und deren Beziehungen innerhalb eines Tonsystems.
Handzeichen als Brücke zwischen Hören und Verstehen
Ein besonderer Schwerpunkt des Webinars liegt auf der Arbeit mit Solmisations-Handzeichen. Durch die visuelle und motorische Unterstützung werden Tonhöhen räumlich erfahrbar. Schülerinnen und Schüler können musikalische Bewegungen nicht nur hören, sondern auch sehen und körperlich nachvollziehen.
Die Referentin demonstriert anschaulich, wie Handzeichen im Unterricht eingeführt und eingesetzt werden können. Dabei wird deutlich, dass diese Methode weit mehr ist als eine Gedächtnisstütze. Sie fördert das aktive musikalische Denken und stärkt die Verbindung zwischen Gehörbildung und praktischer Musikausübung.
Lehrkräfte erhalten zahlreiche Anregungen, wie sich Handzeichen unkompliziert in bestehende Unterrichtsabläufe integrieren lassen und wie sie sowohl in kurzen Übungen als auch in längeren Unterrichtssequenzen eingesetzt werden können.
Tonhöhen sicher erleben und Mehrstimmigkeit vorbereiten
Ein weiterer zentraler Aspekt des Webinars ist die Entwicklung einer sicheren Tonvorstellung. Viele Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten, Tonhöhen exakt zu treffen oder melodische Verläufe nachzuvollziehen. Die Solmisation schafft hier eine wichtige Grundlage.
Anhand verschiedener Übungen zeigt Alexandra Ziesch, wie Lernende schrittweise ein Verständnis für tonale Zusammenhänge entwickeln können. Durch wiederkehrende Muster, Hörübungen und singpraktische Anwendungen werden musikalische Strukturen verinnerlicht.
Besonders wertvoll ist dieser Ansatz für die Vorbereitung mehrstimmigen Singens. Wer die Beziehungen zwischen den einzelnen Tönen versteht und innerlich hören kann, findet leichter seinen eigenen Stimmverlauf und kann auch komplexere musikalische Aufgaben sicher bewältigen.
Praxisnahe Unterrichtsideen für den sofortigen Einsatz
Das Webinar zeichnet sich durch seinen hohen Praxisbezug aus. Die vorgestellten Übungen lassen sich direkt im Unterricht umsetzen und benötigen häufig nur wenig Vorbereitung. Lehrkräfte erhalten konkrete Beispiele dafür, wie Solmisation in unterschiedlichen Jahrgangsstufen eingesetzt werden kann.
Die vorgestellten Methoden eignen sich unter anderem für:
- die Einführung neuer Lieder,
- das Training von Intonation und Gehörbildung,
- die Vorbereitung mehrstimmiger Arrangements,
- die Förderung musikalischer Ausdrucksfähigkeit,
- bewegungsorientierte Unterrichtsphasen sowie
- die Aktivierung müder oder zurückhaltender Lerngruppen.
Dabei wird deutlich, dass Solmisation kein isoliertes Unterrichtsthema sein muss. Vielmehr kann sie als durchgängiges Werkzeug dienen, das verschiedene Bereiche des Musikunterrichts miteinander verbindet.
Mit Freude, Bewegung und musikalischem Verständnis zum erfolgreichen Singen
Ein zentrales Anliegen der Referentin ist es, Singen als positive Gemeinschaftserfahrung zu gestalten. Die vorgestellten Übungen verbinden musikalisches Lernen mit Bewegung, Aktivität und unmittelbarem Erleben. Dadurch entstehen motivierende Lernsettings, die sowohl musikalische Kompetenzen fördern als auch das Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler stärken.
Die Teilnehmenden erfahren, wie Solmisation dazu beitragen kann, musikalische Inhalte nachhaltiger zu vermitteln und gleichzeitig die Freude am gemeinsamen Musizieren zu fördern. Der Fokus liegt dabei nicht auf Perfektion, sondern auf musikalischer Entwicklung, Teilhabe und einem sicheren Zugang zur eigenen Stimme.
Fazit: Singen in der Sekundarstufe – mit Groove und Freude
Das Webinar vermittelt praxisnah und fundiert, wie Solmisation den Musikunterricht bereichern kann. Lehrkräfte erhalten konkrete Werkzeuge, um Tonhöhen erfahrbar zu machen, musikalisches Verständnis aufzubauen und Schülerinnen und Schüler schrittweise zu sicherem und freudvollem Singen zu führen. Musikpädagogische Theorie in Kombination mit direkt umsetzbaren Unterrichtsideen bietet wertvolle Impulse für alle, die das Singen in der Sekundarstufe nachhaltig fördern möchten.

