Klassik mal anders: Wiener Klassik in der Mittelstufe unterrichten (Klasse 7–10)
Webinar-Aufzeichnung
Für Lehrkräfte der Sekundarstufe.

Gratis-Webinar zur Wiener Klassik: Unterrichtsmaterial für die Mittelstufe

Die Inhalte des Webinars im Überblick:

  • Wiener Klassik lebensnah und zeitgemäß im Musikunterricht der Klassen 7–10 vermitteln
  • Mit Fantasiereisen einen atmosphärischen Einstieg in die Epoche und ihre Musik gestalten
  • Wiener Klassik mit aktuellen Themen wie Demokratie, Freiheit und künstlicher Intelligenz verbinden
  • Sonatenhauptsatzform, Streichquartett und musikalische Gestaltungsmittel kreativ und hörend erschließen
  • Mozart, Beethoven, Haydn sowie weniger bekannte Komponistinnen aus neuen Perspektiven behandeln
  • Mit Remix, Podcast, Poetry-Slam-Elementen, Debatte und Gruppenimprovisation handlungsorientiert arbeiten
  • Fertige Doppelstunden flexibel an unterschiedliche Lerngruppen und Leistungsstände anpassen

Hier kannst du dir deinen Teilnahmenachweis downloaden. 

Klassik mal anders - Mittelstufe Musik

Mit „Klassik mal anders“ wird die Wiener Klassik im Musikunterricht der Mittelstufe zum kreativen Erlebnis. Im Shop findest du auch das Inhaltsverzeichnis und ein paar Musterseiten.

Lebensnahe Unterrichtsideen zu Mozart, Beethoven, Haydn, musikalische Formen und gesellschaftliche Fragen für Jugendliche der Klassen 7–10

Wiener Klassik – und deine Klasse denkt sofort an Jahreszahlen, Komponistenporträts und trockene Werkanalyse? Dieses Webinar zeigt dir, dass es auch anders geht. Du entdeckst lebensnahe Unterrichtsideen, mit denen Mozart, Beethoven, Haydn, musikalische Formen und gesellschaftliche Fragen für Jugendliche der Klassen 7–10 plötzlich relevant werden. Von Fantasiereise und Remix bis Podcast, Debatte und Gruppenimprovisation lernst du abwechslungsreiche Zugänge kennen, die klassische Musik hörbar, erfahrbar und diskutierbar machen. So wird aus einem vermeintlich schwierigen Thema ein Wiener-Klassik-Unterricht, bei dem deine Schüler wirklich mitdenken, mitgestalten und mitreden.

(c) Alexandra Friedl

Die Referentin: Magdalena Hanspeter

Magdalena Hanspeter ist eine österreichische Musikpädagogin, Chorleiterin und Sängerin. Sie ist Universitätsassistentin am Institut für musikpädagogische Forschung und Praxis der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), wo sie zudem seit 2024 Kinder- und Jugendstimmbildung unterrichtet. Sie leitet den Chor der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und ist als Sängerin in verschiedenen Vokalensembles aktiv, u. a. im Chorus sine nomine und im Ensemble dirndlarei. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz sowie an der mdw in den Fächern Musikerziehung, Instrumentalmusikerziehung, Chorleitung und Gesang.

Wiener Klassik im Unterricht: Klassische Musik lebensnah vermitteln

Die Wiener Klassik im Unterricht gehört zu den Themen, bei denen du im Musikunterricht der Sekundarstufe vor einer besonderen Herausforderung stehen kannst: Wie vermittelst du Werke, Komponist und musikalische Formen aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert so, dass Jugendliche der Klassen 7–10 einen echten Zugang dazu finden?

Genau hier setzt das Webinar „Klassik mal anders: Wiener Klassik in der Mittelstufe unterrichten“ an. Du erfährst, wie ein moderner Musikunterricht zum Thema Wiener Klassik aussehen kann, der nicht ausschließlich über biografische Daten, Notentexte oder klassische Werkanalyse funktioniert. Im Mittelpunkt stehen stattdessen Lebensweltbezug, eigenes Erleben, kreatives Gestalten und Reflexion.

Das vorgestellte Wiener Klassik-Unterrichtsmaterial umfasst sechs ausgearbeitete Doppelstunden von jeweils etwa zweimal 50 Minuten. Du kannst die Einheiten als komplette Reihe einsetzen, aber ebenso einzeln nutzen, kürzen oder an deine Lerngruppe anpassen.

Wiener Klassik in der Schule: Mit einer Fantasiereise in die Epoche eintauchen

Den Einstieg bildet das Kapitel „Klang und Fantasie“. Eine ausführliche Fantasiereise nimmt deine Schüler mit in das Wien vergangener Jahrhunderte. Statt zunächst Definitionen oder Epochenmerkmale auswendig zu lernen, begegnen sie der Musik unmittelbar.

Zu hören sind unter anderem Beethovens „Mondscheinsonate“, Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“, Haydns „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ und Beethovens „Ode an die Freude“. Die Musik wird mit Bildern, Orten, gesellschaftlichen Ideen und offenen Fragen verbunden.

Dieser Zugang eignet sich besonders gut, um erste Wiener Klassik Merkmale hörend und assoziativ zu erschließen. Gleichzeitig werden die Jugendlichen immer wieder dazu angeregt, Verbindungen zu ihrer eigenen Gegenwart herzustellen: Welche Musik berührt sie heute? Welche Gedanken und Werte sind ihnen wichtig? Was könnte von unserer heutigen Kultur in 200 Jahren noch bekannt sein?

So entsteht ein Einstieg in die Wiener Klassik, der nicht zuerst Fachwissen voraussetzt, sondern Neugier weckt.

Musikunterricht Sekundarstufe 1: Freiheit, Ordnung und Demokratie musikalisch erfahren

Wie lebensnah ein Musikunterricht in der Sekundarstufe 1 zur Wiener Klassik sein kann, zeigt besonders das Kapitel „Ordnung und Freiheit“. Ausgangspunkt ist die persönliche Frage: Was bedeutet Freiheit eigentlich für mich?

Von dort führt der Unterricht zu Regeln, gesellschaftlicher Ordnung, Demokratie und Absolutismus. Deine Schüler vergleichen unterschiedliche Organisations- und Herrschaftsformen und übertragen diese anschließend auf musikalische Situationen.

Wie fühlt es sich an, wenn eine einzelne Person dirigiert und Entscheidungen vorgibt? Und was verändert sich, wenn eine Gruppe ihren gemeinsamen Puls über Atmung findet und Musik kollektiv beginnt?

Auch das Streichquartett wird aus dieser Perspektive betrachtet. Die zunehmend gleichberechtigte Behandlung der Instrumentalstimmen bietet einen musikalischen Anknüpfungspunkt für Fragen nach Zusammenarbeit und Verantwortung. Eine Gruppenimprovisation führt schließlich zurück zur Ausgangsfrage: Wie viel Freiheit brauchen wir – und wie viele Regeln?

Klassische Musik im Unterricht: Sonatenhauptsatzform über Konflikt und Kooperation erschließen

Auch musikalische Formen werden im Webinar nicht isoliert behandelt. Das Kapitel „Konflikt und Kooperation“ startet mit Erfahrungen aus der Lebenswelt deiner Schüler.

In einer Pro-und-Contra-Debatte erleben sie, wie unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen, aufeinander reagieren und weiterentwickelt werden. Anschließend wird dieses Prinzip auf die Sonatenhauptsatzform mit ihren unterschiedlichen Themen übertragen.

Die musikalische Struktur kann daraufhin kreativ-performativ oder bildnerisch umgesetzt werden. So entsteht ein Zugang zu klassischer Musik im Unterricht, der analytisches Hören mit eigenem Gestalten verbindet.

Wiener Klassik im Musikunterricht: Humor hören und klassische Musik remixen

Dass Wiener Klassik keineswegs nur ernst und feierlich klingt, zeigt die Einheit „Humor und Überraschung“. Deine Schüler beschäftigen sich mit musikalischen Gestaltungsmitteln wie Generalpausen oder überraschenden Dynamikwechseln.

Anschließend verarbeiten sie bereitgestellte Musikausschnitte in einem eigenen digitalen Remix. Im Webinar wird dafür Soundtrap vorgestellt; ein Tutorial unterstützt die praktische Umsetzung.

Dieser Zugang verbindet historische Musik mit digitalen Arbeitsweisen, die Jugendlichen aus ihrer eigenen Medienwelt vertraut sind. So wird aus dem Hören klassischer Werke eine produktive Gestaltungsaufgabe.

Mozart, Beethoven und Haydn im Unterricht neu denken

Ein weiterer Schwerpunkt des Webinars liegt auf den Menschen hinter der Musik. Im Kapitel „Komponist und Podcast“ recherchieren deine Schüler zu Persönlichkeiten der Wiener Klassik und erstellen anschließend eigene Podcasts.

Dabei geht es nicht nur um einen klassischen Mozart-Beethoven-Haydn-Unterricht. Auch Komponistinnen, die in der Musikgeschichte häufig weniger sichtbar sind, werden bewusst einbezogen.

Gleichzeitig wird Medienkompetenz gefördert: Deine Schüler recherchieren mithilfe künstlicher Intelligenz, üben zielführendes Prompten und überprüfen KI-Ergebnisse anhand anderer Quellen. Die Ergebnisse werden in einem Podcast zusammengeführt und anschließend in einem Gallery Walk präsentiert.

Wiener Klassik Unterrichtsmaterial: Nannerl und Wolferl kritisch betrachten

Besondere Aufmerksamkeit erhält im Webinar die Einheit zu Maria Anna „Nannerl“ Mozart und ihrem Bruder Wolfgang Amadeus Mozart.

Ausgehend von authentischen Briefquellen der Stiftung Mozarteum untersuchen die Schüler die unterschiedlichen Lebenswege der Geschwister. Im Zentrum steht die Frage, warum Wolfgang Amadeus Mozart weltberühmt wurde, während seine offenbar ebenfalls hochbegabte Schwester weitgehend aus der Musikgeschichtsschreibung verschwand.

Mit Gallery Walk und Gruppenpuzzle beschäftigen sich die Jugendlichen mit biografischen und gesellschaftlichen Bedingungen und setzen sich zugleich mit Fragen von Geschlechterrollen, Chancen und historischer Sichtbarkeit auseinander. Aufgrund der erforderlichen Reflexionstiefe empfiehlt die Autorin diese Einheit eher für höhere Klassenstufen innerhalb der Jahrgänge 7–10.

Für deinen Musikunterricht in der Sekundarstufe: Flexibles Material für unterschiedliche Lerngruppen

Das Webinar macht deutlich, dass zeitgemäßer Musikunterricht zur Wiener Klassik kein umfangreiches Vorwissen voraussetzen muss. Viele Aufgaben sind bewusst offen gestaltet und lassen sich an unterschiedliche Lerngruppen anpassen.

Neben reflexiven und kreativen Aufgaben gibt es musikpraktische Elemente, Hörbeispiele, digitale Medienarbeit und konkrete methodische Hilfen. Satzanfänge können beispielsweise sprachliche Unterstützung bieten, während einzelne Aufgaben je nach Klasse vereinfacht oder erweitert werden können.

So entsteht ein Wiener Klassik-Unterricht, der nicht bei Mozart, Beethoven und Haydn stehen bleibt, sondern historische Musik mit Fragen verbindet, die Jugendliche heute beschäftigen: Freiheit, Demokratie, Konflikt, Geschlechtergerechtigkeit, künstliche Intelligenz und die Frage, welche Bedeutung Musik für das eigene Leben haben kann.

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