Webinar: Texte und Rapsongs schreiben mit Schüler*innen der Sekundarstufe
Was Sie im Webinar genau erwartet:
- Warum Rap Jugendlichen eine starke Ausdrucksform für persönliche und gesellschaftliche Themen bietet
- Einstieg über Rhythmus, Taktgefühl und einfache Sprechübungen im 4/4-Takt
- Themenfindung mit der Klasse: Mobbing, Gewalt, Demokratie, Vielfalt, Zusammenhalt und eigene Erfahrungen
- Vom Schlagwort zum Songtext: Reime, Toplines, Bridge und Hook gemeinsam entwickeln
- Wie Lehrkräfte Schüler:innen mit unterschiedlichen sprachlichen und musikalischen Voraussetzungen einbinden können
- Praktische Ideen für Beats, Instrumentals, Live-Instrumente, Aufnahme und Performance
- Einblick in digitale Tools und KI-Anwendungen wie Suno sowie deren Chancen und Grenzen im Musikunterricht
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Praxisideen für Songwriting, Beats, Texte, KI-Tools und starke Klassensongs
Rap ist für viele Jugendliche mehr als Musik – er ist Sprache, Haltung und Ventil. In diesem Webinar erfahren Lehrkräfte, wie sie Rap im Musikunterricht nutzen können, um Schüler*innen ins Schreiben, Sprechen, Reflektieren und gemeinsame Gestalten zu bringen. Die Referenten zeigen praxisnah, wie aus Themen wie Mobbing, Gewalt, Demokratie, Vielfalt oder Zusammenhalt ein eigener Klassensong entsteht. Dabei geht es nicht um perfekte Reime, sondern um echte Beteiligung, kreative Ausdruckskraft und musikalische Selbstwirksamkeit.

Ali Ebaid & Denis Tahiri von RAP on TOUR
Wir sind Ali Ebaid und Denis Tahiri: Zwei erfahrene Musikproduzenten und systemische Anti-Gewalt- und Anti-Mobbing-Trainer. Seit unserer Jugend arbeiten wir mit Rap, Beats und Recording-Techniken und verbinden heute professionelle Musikproduktion mit pädagogischer Präventionsarbeit.
In Workshops, Schulprojekten und Studio-Settings stärken wir Kreativität, Selbstwirksamkeit und soziale Kompetenzen junger Menschen. Musik wird dabei zum Werkzeug für Ausdruck, Konfliktlösung und persönliche Entwicklung. Lernen Sie uns kennen und erfahren Sie, wie wir mit Musik und Empowerment positive Veränderungen bewirken.
Rap und Songwriting im Musikunterricht der Sekundarstufe
Rap im Musikunterricht eröffnet Jugendlichen einen direkten, lebensnahen und motivierenden Zugang zu Musik. In diesem Webinar zeigen die Musikproduzenten, Dozenten und Anti-Gewalt- bzw. Anti-Mobbing-Coaches Deniz Tahiri und Ali Ewald, wie Lehrkräfte der Sekundarstufe Rap, Songwriting und Musikproduktion gewinnbringend in ihren Unterricht integrieren können. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein das musikalische Endprodukt, sondern vor allem der kreative Prozess: Schüler:innen entwickeln eigene Texte, setzen sich mit relevanten Themen auseinander, finden ihre Stimme und erleben, dass aus ihren Gedanken ein gemeinsamer Song entstehen kann.
Rap als Ausdrucksform für Jugendliche
Rap ist nah an der Lebenswelt vieler Schüler:innen. Er bietet Raum für Sprache, Rhythmus, Haltung und Emotion. Genau hier setzt das Webinar an: Musik wird als Möglichkeit verstanden, über Dinge zu sprechen, die Jugendliche beschäftigen – manchmal auch über Themen, die im normalen Unterrichtsgespräch schwer zugänglich sind. Dazu gehören persönliche Erfahrungen ebenso wie schulische Konflikte, Mobbing, Gewalt, Ausgrenzung, Demokratie, Vielfalt oder Zusammenhalt.
Die Referenten machen deutlich, dass Rapprojekte im Musikunterricht nicht nur musikalische Kompetenzen fördern. Sie können auch soziale Prozesse anstoßen, Klassengemeinschaft stärken und Schüler:innen helfen, eigene Gedanken in eine künstlerische Form zu bringen. Ein selbst geschriebener Song bleibt oft länger im Gedächtnis als ein isolierter Unterrichtsinhalt, weil er mit persönlicher Beteiligung, Emotion und gemeinsamer Gestaltung verbunden ist.
Einstieg: Rhythmus, Takt und Sprechen im 4/4-Takt
Ein zentrales Thema des Webinars ist der niedrigschwellige Einstieg. Die Referenten beginnen in ihren Schulprojekten häufig mit einem Stuhlkreis und einfachen rhythmischen Übungen. Statt Musiktheorie abstrakt zu erklären, wird der Takt körperlich und sprachlich erfahrbar gemacht. Eine Übung wie „Ich bin Ali, wer bist du?“ hilft Schüler:innen, ein erstes Gefühl für Puls, Betonung und rhythmisches Sprechen zu entwickeln.
Besonders anschaulich wird gezeigt, wie unterschiedliche Namen, Silbenlängen und Sprachrhythmen in einen 4/4-Takt passen können. So wird deutlich: Rap im Musikunterricht muss nicht mit Notenlesen beginnen. Entscheidend ist zunächst, dass Jugendliche den Beat spüren, Sprache rhythmisch organisieren und Sicherheit im gemeinsamen Sprechen gewinnen. Daraus kann später ein eigener Raptext entstehen.
Themenfindung: Was bewegt die Klasse?
Bevor geschrieben wird, steht die Frage im Mittelpunkt: Worüber wollen oder sollen die Schüler:innen sprechen? Die Referenten beschreiben, wie sie gemeinsam mit Klassen Themen sammeln und klären. Manchmal kommen Impulse von den Jugendlichen selbst, manchmal von Lehrkräften oder der Schulleitung – zum Beispiel, wenn es in einer Lerngruppe Probleme mit Mobbing, Gewalt oder Konflikten gibt.
Die Schüler:innen sammeln zunächst Schlagwörter, Gedanken und Assoziationen. Dabei müssen noch keine fertigen Reime entstehen. Vielmehr geht es darum, Material zu gewinnen: Welche Begriffe passen zum Thema? Welche Gefühle tauchen auf? Welche Situationen kennen die Jugendlichen? Welche Botschaft soll der Song haben? Dieser Schritt eignet sich besonders gut für die Sekundarstufe, weil er sprachliche, soziale und kreative Kompetenzen miteinander verbindet.
Vom Schlagwort zum Songtext
Im nächsten Schritt wird aus dem gesammelten Material ein Songtext entwickelt. Das Webinar gibt Einblick in zentrale Elemente des Songwritings: Reime, Toplines, Hook und Bridge. Die Referenten zeigen, wie Schüler:innen mit einfachen sprachlichen Mustern arbeiten können. Eine Topline wie „Lass dich nicht unterkriegen“ kann zum Ausgangspunkt werden, um eine zentrale Aussage des Songs zu formulieren.
Auch Reimarbeit wird praxisnah gedacht. Die Klasse sucht gemeinsam Wörter, die zum Thema passen und sich klanglich verbinden lassen. Dabei werden besonders einfache Vokalstrukturen wie A- und O-Laute genutzt, weil sie für viele Schüler:innen gut zugänglich sind. Der Fokus liegt nicht auf literarischer Perfektion, sondern auf Verständlichkeit, Ausdruck und musikalischer Wirkung. So entsteht Schritt für Schritt eine Struktur, die von einzelnen Begriffen über Reimideen bis hin zu Bridge, Hook und Strophen führen kann.
Inklusion, Sprache und Klassengemeinschaft
Ein wichtiger Aspekt des Webinars ist die Einbindung aller Schüler:innen. Rap- und Songwriting-Projekte können auch Jugendliche erreichen, die im klassischen Musikunterricht oder in schriftsprachlichen Aufgaben schnell an Grenzen stoßen. Die Referenten berichten davon, wie Schüler:innen mit unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen, mit Migrationshintergrund oder mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben aktiv beteiligt werden können.
Musik kann hier Brücken bauen. Wörter werden gemeinsam gesprochen, wiederholt, auswendig gelernt, rhythmisiert und mit Bedeutung gefüllt. Auch Schüler:innen, die ein Instrument spielen, können sich einbringen – etwa durch Gitarre, Keyboard oder andere Live-Elemente. Dadurch entsteht ein gemeinsamer kreativer Prozess, in dem unterschiedliche Fähigkeiten sichtbar werden. Gleichzeitig verändert sich oft auch die Rolle der Lehrkraft: Wenn Lehrkräfte mitmachen, ausprobieren und sich selbst musikalisch zeigen, kann das die Beziehung zur Klasse stärken.
Beats, Produktion und digitale Tools
Neben dem Texten geht es im Webinar auch um Beats und Musikproduktion. Die Referenten zeigen, dass ein Rapprojekt nicht zwingend ein professionelles Studio braucht. Schon eine Bluetooth-Box, ein Smartphone, ein Mikrofon oder ein einfacher Beat aus dem Internet können für den Einstieg reichen. Gemeinsam mit der Klasse können passende Instrumentals gesucht, Beats ausgewählt oder eigene musikalische Ideen entwickelt werden.
Für fortgeschrittenere Settings geben die Referenten Einblick in Produktionsumgebungen wie Logic Pro. Gleichzeitig wird deutlich: Technik soll den kreativen Prozess unterstützen, aber nicht ersetzen. Entscheidend bleibt, dass Schüler:innen selbst gestalten, sprechen, schreiben, performen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Auch der Moment vor dem Mikrofon spielt eine wichtige Rolle. Viele Jugendliche erleben dabei Nervosität, Aufregung und Unsicherheit – und können gerade dadurch Selbstvertrauen entwickeln.
KI im Musikunterricht: Chance und Grenze
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit KI-Tools im Musikunterricht. Am Beispiel von Suno wird gezeigt, wie aus Prompts, Schlagwörtern oder Textideen schnell musikalische Entwürfe entstehen können. Solche Tools können inspirieren, erste Klangvorstellungen liefern oder als Ausgangspunkt für Diskussionen dienen. Gleichzeitig betonen die Referenten, dass KI den eigentlichen pädagogischen Wert eines Rapprojekts nicht ersetzen kann.
Denn bei Rap und Songwriting geht es nicht nur darum, möglichst schnell einen fertigen Song zu erzeugen. Wertvoll ist der Weg dorthin: die Auseinandersetzung mit Sprache, das Ringen um passende Worte, das gemeinsame Entscheiden, das Üben, das Sprechen vor anderen und die Erfahrung, etwas Eigenes geschaffen zu haben. KI kann unterstützen, aber die persönliche Performance, die emotionale Beteiligung und die soziale Dynamik der Klasse bleiben zentral.
Praxisnaher Zugang für Lehrkräfte der Sekundarstufe
Das Webinar richtet sich an Lehrkräfte der Sekundarstufe, die Rap, Songwriting und kreative Musikproduktion in ihren Unterricht bringen möchten – auch ohne umfassende Studioausstattung oder Rap-Erfahrung. Es vermittelt Mut zum Ausprobieren und zeigt, dass gute Musikprojekte nicht mit Perfektion beginnen müssen. Wichtig sind ein klarer Rahmen, Offenheit für die Themen der Jugendlichen und die Bereitschaft, gemeinsam mit der Klasse in einen kreativen Prozess zu gehen.
Wer Rap im Musikunterricht einsetzen möchte, findet in diesem Webinar viele konkrete Impulse: von einfachen Rhythmusübungen über Themenfindung und Textarbeit bis hin zu Beat-Auswahl, Aufnahme, KI-Tools und pädagogischer Begleitung. So wird Rap zu einem Unterrichtsformat, das musikalisches Lernen, Sprachförderung, Medienbildung und soziales Lernen miteinander verbindet.
