Kostenloses Webinar: Mitspielsätze zu bekannten Werken von Mozart, Haydn, Beethoven und weiteren Komponisten für die Klassen 5-7
Die Inhalte des Webinars auf einen Blick:
- Klassische Musik über aktives Mitspielen statt ausschließlich über Hören und Analysieren erschließen
- Originalstimmen aus bekannten Werken altersgerecht vereinfachen und mit Zählzeiten, einfachen Notationen und Schulinstrumenten erarbeiten
- „Freude schöner Götterfunken“ von Beethoven Schritt für Schritt mit Glockenspiel, Xylofon, Keyboard und Trommel musizieren
- Originalaufnahmen und Konzertvideos nutzen, damit Schüler Klang, Instrumente und Spielweisen unmittelbar kennenlernen
- Unterschiedliche Zugänge kennenlernen: Instrumentalspiel, Body Percussion, Alltagsgegenstände und Bewegung
- Mit einfachen bis anspruchsvolleren Mitspielsätzen heterogene Lerngruppen und musikalische Anfänger erreichen
- Bekannte Werke von Bach, Beethoven, Haydn, Mozart, Schubert, Bizet, Grieg, Richard Strauss, Charles Ives und weiteren Komponisten aktiv entdecken
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Klassische Musik mitspielen in der Unterstufe – mit Glockenspiel, Xylofon, Keyboard und Trommel
Klassische Musik hören und analysieren? Klar. Aber was passiert, wenn deine Schüler*innen plötzlich selbst mitten drin sind - bei Beethoven, Bach oder Richard Strauss? In diesem Webinar erfährst du, wie du bekannte Werke der Klassik mit einfachen Mitspielsätzen, Bewegung und Schulinstrumenten für Klasse 5–7 unmittelbar erlebbar machst. Du bekommst praxiserprobte Ideen, mit denen selbst musikalische Anfänger*innen schnell ins gemeinsame Musizieren kommen – ohne erst lange Noten oder Musikgeschichte büffeln zu müssen. So wird aus vermeintlich 'schwerer Klassik' ein gemeinsames Musikerlebnis, das im Gedächtnis bleibt.

Die Referentin: Bettina Küntzel
Bettina Küntzel war Musiklehrerin in Lüneburg und unterrichtete an einer Oberschule und an einer Grundschule. Seit 25 Jahren ist sie Autorin und Herausgeberin musikpädagogischer Literatur, zum Beispiel des Grundschulwerks „Kolibri“ und der Zeitschrift „Popmusik in der Grundschule“. Seit über 30 Jahren ist sie in der Lehrerfortbildung aktiv und legt dabei den Schwerpunkt auf ihr Konzept des selbstbestimmten Lernens von Musik.
Klassische Musik im Musikunterricht der Unterstufe aktiv erleben
Wie lässt sich klassische Musik im Musikunterricht so vermitteln, dass Schüler der Klassen 5–7 nicht nur zuhören, sondern wirklich Teil der Musik werden? Genau darum geht es in diesem Webinar. Statt klassische Werke zunächst ausführlich zu erklären oder zu analysieren, steht das gemeinsame Musizieren im Mittelpunkt. Die zentrale Idee: Schüler lernen Klassik besonders unmittelbar kennen, wenn sie zu den Originalaufnahmen selbst spielen, sich bewegen und musikalische Strukturen praktisch erfahren.
Das Webinar zeigt anhand zahlreicher Unterrichtsbeispiele, wie sich bekannte Werke der klassischen Musik auch mit Lerngruppen umsetzen lassen, die wenig musikalische Vorerfahrung besitzen. Die vorgestellten Methoden wurden unter anderem mit einer siebten Klasse praktisch erprobt, deren Schüler zuvor kaum Musikunterricht und wenig Erfahrung mit Instrumenten hatten.
Klassik mit Mitspielsätzen unterrichten
Ein Schwerpunkt des Webinars liegt auf Mitspielsätzen für klassische Musik. Dabei werden die Werke nicht einfach mit beliebigen Begleitstimmen versehen. Wo es möglich ist, orientieren sich die Arrangements eng am Original.
Besonders anschaulich wird das am Beispiel von Beethovens „Freude schöner Götterfunken“. Ausgangspunkt ist unter anderem eine originale Paukenstimme. Sie wird so aufbereitet, dass Schüler sie mithilfe einfacher Zählzeiten nachvollziehen und anschließend zur Originalmusik spielen können.
Auch der Aufbau des Mitspielsatzes folgt dem musikalischen Verlauf des Originals: Zunächst beginnt beispielsweise das Glockenspiel, anschließend kommen Xylofon, Keyboard und Trommel hinzu. Auf diese Weise erleben die Schüler praktisch, wie Beethoven selbst die verschiedenen Instrumentengruppen nacheinander einsetzt.
Klassik wird dadurch nicht nur erklärt. Musikalische Strukturen werden hörbar, spielbar und körperlich erfahrbar.
„Freude schöner Götterfunken“ im Musikunterricht
Gerade für den Beethoven-Unterricht in Klasse 5–7 bietet dieser Ansatz einen niedrigschwelligen Zugang. Die Schüler müssen keine komplizierte Orchesterpartitur lesen können. Stattdessen werden musikalische Aufgaben so reduziert, dass auch Anfänger erfolgreich teilnehmen können.
Dabei bleibt der Bezug zum Original erhalten. Die Lernenden erfahren beispielsweise: Welche Stimme würde im Orchester tatsächlich von der Pauke gespielt? Wann setzt sie ein? Wie lange muss ich während einer Pause weiterzählen? Und wie verändert sich der Klang, wenn nach und nach weitere Instrumente hinzukommen?
So verbindet ein Mitspielsatz musikalische Praxis mit Hörschulung, Rhythmusgefühl und ersten Einblicken in den Aufbau eines Orchesterwerks.
Von Bach bis Richard Strauss: Klassik gemeinsam musizieren
Das Webinar bleibt nicht bei Beethoven. Ein weiteres Beispiel ist „Jauchzet, frohlocket“ aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium. Hier spielen die Teilnehmer eine originale Paukenstimme mit zwei unterschiedlichen Tönen. Selbst wenn keine Pauken vorhanden sind, lässt sich die Aufgabe auf Toms, Tischflächen oder andere geeignete Klangflächen übertragen.
Bei Richard Strauss' „Also sprach Zarathustra“ zeigt sich besonders deutlich, wie gut Klassenmusizieren in der Sekundarstufe I differenziert werden kann. Einzelne Schüler übernehmen sehr einfache Aufgaben wie einen einzelnen tiefen Ton am Keyboard, andere spielen Triolen auf Trommeln oder Boomwhackers, weitere übernehmen zusätzliche Keyboard- oder Beckenstimmen.
Die Autorin berichtet im Webinar, dass sich dieser Mitspielsatz mit ihrer Klasse innerhalb kurzer Zeit erarbeiten ließ – und die Schüler ihn in der folgenden Stunde von sich aus noch einmal spielen wollten.
Klassik-Unterrichtsmaterial für unterschiedliche Lerngruppen
Nicht jeder Mitspielsatz funktioniert gleich. Deshalb enthält das vorgestellte Unterrichtsmaterial verschiedene Schwierigkeitsgrade. Die einzelnen Kapitel bieten Orientierung zum jeweiligen Werk, Hinweise zur Erarbeitung und konkrete Unterrichtsabläufe.
Ergänzt werden die Mitspielsätze durch Hörbeispiele und ausgewählte Konzertvideos. Die Schüler können dadurch nicht nur die Musik hören, sondern auch beobachten, wie beispielsweise eine Pauke im Orchester gespielt wird oder welche Aufgabe ein Instrument innerhalb des Gesamtklangs übernimmt.
Das unterstützt zugleich die Instrumentenkunde und schafft einen direkten Zusammenhang zwischen dem eigenen Musizieren im Klassenraum und der professionellen Aufführung eines Werkes.
Klassische Musik mit Bewegung und Alltagsgegenständen erschließen
Mitspielen bedeutet dabei nicht immer, ein klassisches Schulinstrument zu benötigen. Das Webinar zeigt bewusst sehr unterschiedliche Zugänge.
Zu Léo Delibes' „Pizzicato“ werden beispielsweise einfache Zupfklänge mit Alltagsmaterialien erzeugt. Beim Adagio aus Franz Schuberts Streichquintett in C-Dur übertragen die Schüler markante gezupfte Cellotöne dagegen in Bewegung: Sie gehen passend zu den musikalischen Impulsen durch den Raum. Das genaue Hinhören erzeugt dabei eine konzentrierte, ruhige Unterrichtssituation.
Auch Charles Ives' „The Unanswered Question“ wird über Bewegung erschlossen. Unterschiedliche Schülergruppen stellen die verschiedenen musikalischen Ebenen des Werkes körperlich dar. Aus dem praktischen Erleben entwickelt sich anschließend ein Gespräch über die titelgebende „unbeantwortete Frage“ und damit über mögliche Bedeutungen des Werkes.
Klassik im Musikunterricht: Wiedererkennen durch eigenes Erleben
Die Auswahl der Werke folgt einer klaren didaktischen Idee: Viele der verwendeten Stücke begegnen den Schüler auch außerhalb des Musikunterrichts immer wieder – in Filmen, Werbung, Konzerten oder anderen Medien.
Zum Repertoire gehören neben Beethoven, Bach, Schubert und Richard Strauss beispielsweise Pachelbels Kanon, Mozarts „Kleine Nachtmusik“, Haydns „Symphonie mit dem Paukenschlag“, Bizets „Les Toréadors“, Griegs „In der Halle des Bergkönigs“ und weitere bekannte Werke.
Durch das eigene Mitspielen entsteht ein persönlicher Bezug zur Musik. Schüler sollen ein Werk später wiedererkennen und sich erinnern können: Diese Musik kenne ich – dazu habe ich selbst schon einmal musiziert.
Das Webinar bietet damit zahlreiche praxiserprobte Ideen für Lehrkräfte, die klassische Musik in Klasse 5–7 aktiv, niedrigschwellig und zugleich nah am musikalischen Original unterrichten möchten.

