Vom Groove zum Song: Musik gestalten und Formen verstehen im Musikunterricht der Sekundarstufe
Inhalte des Webinars auf einen Blick:
- Puls und Grundbeat mit Hörbeispielen wahrnehmen und als Grundlage für Rhythmusarbeit nutzen
- Mit GarageBand Schlagzeug-Grooves spielen, aufnehmen und im MIDI-Editor bearbeiten
- Tempo, Metronom, Takt und Quantisierung praktisch im Musikunterricht vermitteln
- Songs mit Schlagzeug, Bass, Keyboard, Akkordstrips und eigenen Audioaufnahmen aufbauen
- GarageBand für binnendifferenziertes und weitgehend selbstständiges Arbeiten einsetzen
- Formteile in Popsongs wie Intro, Strophe, Pre-Chorus, Chorus und Bridge hörend erkennen
- Musikalische Formen bis hin zur Sonatenhauptsatzform durch Verschieben, Schneiden und wiederholtes Hören untersuchen
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Für die iPad-Klasse: Rhythmus und Puls – Vom Puls zum Groove mit GarageBand (Kl. 5 bis 10)
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Songwriting mit dem iPad (Klassen 7 bis 10)
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Formenlehre mit dem iPad (Klassen 7 bis 10)
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Im Musikunterricht Grooves spielen, Songs produzieren und musikalische Strukturen aktiv untersuchen
Das iPad im Musikunterricht – nur ein bisschen Tippen auf bunte Buttons? Ganz im Gegenteil: Mit GarageBand werden Puls, Groove, Songwriting und sogar Formenlehre unmittelbar hör- und begreifbar. Im Webinar zeigt Musikpädagoge Christian Stick Schritt für Schritt, wie die Sekundarstufenschüler eigene Grooves spielen, Songs produzieren und musikalische Strukturen aktiv untersuchen. So wird digitaler Musikunterricht nicht zur Spielerei, sondern zu einem Unterricht, in dem möglichst viele gleichzeitig Musik machen, ausprobieren und verstehen.

Der Referent: Dr. phil. Christian Stick
Dr. phil. Christian Stick studierte Jazz- und Popularmusik (Gitarre) sowie Schulmusik in Hannover und Luzern. Seit 2011 unterrichtet er am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hamburg. Von 2017 bis 2021 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Musikpädagogik an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, 2024 promovierte er an der HfMT Köln über musikbezogene Lehre in Online-Videos. Als Dozent und Referent war er unter anderem an der Universität Erfurt, der HMT Leipzig, der HMDK Stuttgart, der Musikhochschule Lübeck, der Europa-Universität Flensburg und am Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung tätig.
Das iPad im Musikunterricht: vom digitalen Werkzeug zum Musikinstrument
Wie lässt sich das iPad im Musikunterricht so einsetzen, dass Schüler nicht einfach nur Apps bedienen, sondern tatsächlich Musik machen und musikalische Zusammenhänge verstehen? Genau dieser Frage widmet sich das Webinar für Lehrkräfte der Sekundarstufe. Musikpädagoge Christian Stick zeigt anhand konkreter Unterrichtssituationen, wie GarageBand zu einem vielseitigen Werkzeug für Rhythmusarbeit, Songproduktion und Formenlehre werden kann.
Im Mittelpunkt steht dabei ein entscheidender didaktischer Gedanke: Möglichst viele Schüler sollen möglichst viel selbst musikalisch tätig sein. Gerade hier eröffnet der digitale Musikunterricht besondere Möglichkeiten. Wo im Musikraum vielleicht nur ein Schlagzeug oder wenige Instrumente vorhanden sind, kann eine ganze Lerngruppe gleichzeitig am iPad arbeiten. Mit Kopfhörern können die Schüler selbstständig ausprobieren, üben, wiederholen und ihre Ergebnisse weiterentwickeln.
Vom Puls zum Groove: Rhythmus praktisch erfahren
Der erste Schwerpunkt führt vom musikalischen Puls zum eigenen Groove. Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass ein sicherer Grundbeat keineswegs selbstverständlich ist. Bevor komplexere Rhythmen entstehen, lernen die Schüler deshalb zunächst, den Puls verschiedener Songs wahrzunehmen und körperlich nachzuempfinden.
Anschließend kommt GarageBand zum Einsatz. Am virtuellen Drumset erkunden die Lernenden Bassdrum, Snare, Hi-Hat, Toms und Becken und entwickeln zunächst kurze, wiederholbare rhythmische Patterns. Dabei lassen sich zentrale Inhalte der Rhythmuslehre direkt aus der musikalischen Praxis heraus thematisieren: Was bedeutet ein Takt? Wie zählen wir gemeinsam? Welche Schläge liegen auf Eins und Drei, welche auf Zwei und Vier?
Auch das Metronom spielt eine wichtige Rolle. Das Tempo kann an den Lernstand angepasst werden, sodass sich Aufgaben leicht differenzieren lassen. Während einige Schüler bereits einen vollständigen Groove spielen, konzentrieren sich andere zunächst auf einzelne Instrumente oder Grundschläge.
Grooves aufnehmen und mit GarageBand bearbeiten
Der nächste Schritt macht aus dem gespielten Rhythmus eine eigene Produktion. Die Schüler nehmen ihren Groove in GarageBand auf und lernen die Arrangieransicht kennen. Dort wird sichtbar, dass eine Aufnahme nicht unveränderlich ist: Regionen können wiederholt, geteilt, verschoben oder gelöscht werden.
Besonders anschaulich wird dies im MIDI-Editor. Einzelne Schläge lassen sich nachträglich ergänzen oder verändern. Auch Quantisierung und rhythmische Raster können thematisiert werden. Dadurch verbindet der GarageBand Musikunterricht praktisches Musizieren mit einem tieferen Verständnis für rhythmische Strukturen.
Ein Beispiel aus dem Webinar ist ein grundlegender Rockgroove nach dem Vorbild von „Billie Jean“. Solche bekannten Patterns können als Ausgangspunkt dienen und anschließend für eigene Songideen weiterverwendet werden.
Eigene Songs mit Bass, Keyboard und Gesang gestalten
Vom Groove führt das Webinar direkt zur Songproduktion. Zu einer Schlagzeugspur können die Schüler weitere Instrumente ergänzen. Christian Stick demonstriert, wie sich auf dem iPad beispielsweise ein virtueller E-Bass spielen und aufnehmen lässt.
Auch Keyboards und Akkorde kommen zum Einsatz. GarageBand bietet dafür sowohl eine klassische Klaviatur als auch sogenannte Akkordstrips. Je nach Unterrichtsziel können Lehrkräfte entscheiden, wie stark die App unterstützt: Soll der Aufbau von Dreiklängen untersucht werden, bietet sich die Klaviatur an. Geht es dagegen vor allem um das Arrangement oder das Begleiten eines Songs, können vorbereitete Akkorde und Autoplay-Patterns den Einstieg erleichtern.
Zusätzlich lassen sich Gesang, Sprache oder andere Klänge über das Mikrofon aufnehmen. Damit sind neben Songs beispielsweise auch Hörspielproduktionen möglich. Die einzelnen Spuren können anschließend in ihrer Lautstärke angepasst, stummgeschaltet oder mit Effekten versehen werden.
So entsteht ein niedrigschwelliger Einstieg in Songwriting und Musikproduktion im Unterricht, bei dem Schüler musikalische Entscheidungen selbst treffen und unmittelbar hören können.
Binnendifferenzierung und selbstständiges Lernen
Ein großer Vorteil des iPads liegt im selbstständigen Arbeiten. Schüler können unter Kopfhörern in ihrem eigenen Tempo üben und einzelne Schritte beliebig oft wiederholen. Gleichzeitig lassen sich gemeinsame Unterrichtsphasen einbauen, in denen Begriffe, musikalische Regeln oder Beobachtungen zusammengetragen werden.
Die Technik wird dabei nicht zum Selbstzweck. GarageBand dient vielmehr als Werkzeug, um musikalische Inhalte erfahrbar zu machen. Schüler können ausprobieren, Fehler korrigieren und eigene Lösungen entwickeln. Gerade bei längeren Projekten wie dem Nachbau oder der Gestaltung eines Songs entsteht so ein handlungsorientierter Zugang zur digitalen Musikpädagogik.
Formenlehre hören, sehen und selbst untersuchen
Im letzten Teil des Webinars zeigt Christian Stick, wie sich auch Formenlehre im Musikunterricht mit dem iPad vermitteln lässt. Zunächst geht es um eine grundlegende Frage: Warum ist es überhaupt sinnvoll, musikalische Formen zu erkennen?
Über Wahrnehmungsaufgaben wird deutlich, dass Strukturen dabei helfen, komplexe Inhalte zu ordnen und wiederzuerkennen. Dieses Prinzip wird anschließend auf Musik übertragen. Die Schüler hören Songs und untersuchen, was sich zwischen verschiedenen Formteilen verändert.
Besonders praktisch wird die Arbeit mit vorbereiteten GarageBand-Projekten. Ein Popsong wird in einzelne Regionen zerlegt. Die Lernenden hören die Ausschnitte wiederholt an und ordnen Begriffe wie Intro, Strophe, Pre-Chorus oder Refrain zu.
Das Prinzip lässt sich sogar auf die Sonatenhauptsatzform übertragen. Durch das Verlängern, Verkürzen und Verschieben einzelner Audioregionen können Schüler selbst untersuchen, wo beispielsweise Exposition, Durchführung oder Reprise beginnen. Statt eine fertige Analyse nur zu übernehmen, hören sie wiederholt nach, vergleichen ihre Wahrnehmung und begründen ihre Entscheidungen.
Das Webinar zeigt damit praxisnah, wie iPad und GarageBand im Musikunterricht der Sekundarstufe produktives Musizieren, Musiktheorie und analytisches Hören miteinander verbinden können.
